Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Forschen für eine Zukunft ohne Diabetes - das ist die Mission des DZD, die uns anspornt und vereint.“

Prof. Martin Hrabě de Angelis, DZD-Vorstand

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Durch die deutschlandweite Kooperation können Multicenterstudien mit der erforderlichen Teilnehmerzahl durchgeführt werden.“

Prof. Michael Roden, DZD-Vorstand

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Besonderes Augenmerk legt das DZD auf einen zeitnahen Transfer
der Ergebnisse aus dem Labor in die medizinische Versorgung.“

Prof. Michele Solimena, DZD-Sprecher

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Das Besondere an der Forschung im DZD ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen.“

Prof. Annette Schürmann, DZD-Sprecher

DZD - Deutsches Zentrum
für Diabetesforschung

Neuherberg, 14.03.2018

DZD-Forscher Tim Schulz mit Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis ausgezeichnet

Für seine biomedizinischen Arbeiten zur Funktion von weißen und braunen Fettzellen erhält Professor Dr. Tim Schulz heute den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis. Schulz erforscht am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), einem Partner des DZD, wie die verschiedenen Fettzell-Typen entstehen und welche physiologischen oder pathologischen Wirkungen sie haben. Die mit 60 000 Euro dotierte Auszeichnung wird in der Frankfurter Paulskirche überreicht.

„Mit seiner ausgezeichneten Forschungsarbeit hat Tim Schulz einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis über die Entstehung und Wirkung von weißen und braunen Fettzellen geleistet“, betont Prof. Dr. Dr.h.c. Martin Hrabě de Angelis, Vorstand des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). „Es freut uns sehr, einen so exzellenten, jungen Forscher als Leiter der Abteilung `Fettzell-Entwicklung und Ernährung´ zu haben“, sagt DZD-Sprecherin Prof. Dr. Annette Schürmann vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung. „Das zeigt auch, dass das DZD talentierten Nachwuchsforscherinnen und -forschern ein herausragendes Umfeld für ihre Arbeiten bietet“, führt Hrabě de Angelis weiter aus.

Dass Erwachsene neben weißem auch braunes Fettgewebe besitzen, ist erst seit einigen Jahren bekannt. Die beiden Zelltypen erfüllen unterschiedliche physiologische Aufgaben: Braunes Fett erzeugt Wärme und schützt so den Körper vor Auskühlung. Weiße Fettzellen dienen hingegen hauptsächlich der Energiespeicherung und der Wärmedämmung. Mit dem Alter nimmt jedoch die Fähigkeit des Körpers ab, nützliches braunes Fett zu bilden. Gleichzeitig wird insbesondere bei einer falschen Ernährung mehr weißes Fett auch in Organen und Knochen eingelagert. Dies trägt vermutlich zur Entstehung von Erkrankungen wie Diabetes, Fettleber oder schlechter Knochenheilung bei. Der Biochemiker Tim Schulz untersucht, welche physiologischen oder pathologischen Wirkungen beide Fettzell-Typen haben und, ob man diese Wirkungen steuern kann. Zudem erforscht er, wie braunes und weißes Fett aus Stammzellen entstehen. Darüber hinaus suchen Schulz und sein Team nach Möglichkeiten, die Anzahl der braunen Fettzellen insbesondere im gealterten Organismus zu erhöhen oder deren Verlust entgegenzuwirken.

Schulz und sein Team konnten zeigen, dass die Stammzellen des Knochens mit zunehmendem Alter und bei fettreicher Kost verstärkt weißes Fett statt Knochengewebe produzieren. Die Fettzellen setzen das Enzym Dipeptidyl Peptidase 4 (DPP4) frei, das nicht nur die Knochenheilung, sondern auch die Blutbildung im Knochenmark beeinträchtigt.1 Das könnte ein Grund für die schlechte Knochenheilung im Alter sein. DPP4 ist bereits aus der Diabetesforschung bekannt und durch seit Jahren erprobte Medikamente (Gliptine) hemmbar. Diese Medikamente könnten möglicherweise die Knochengesundheit im Alter verbessern.

Die herausragenden Forschungsarbeiten von Tim Schulz überzeugten auch die Paul Ehrlich-Stiftung, die einmal jährlich an einen in Deutschland tätigen Nachwuchswissenschaftler den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis vergibt. „Die Arbeiten von Tim J. Schulz greifen mit dem Thema Übergewicht ein hoch relevantes Forschungsgebiet auf“, betont der Stiftungsrat in seiner Begründung. „Schulz betrachtet dabei nicht nur die schädlichen Wirkungen des weißen Fetts, sondern prüft auch, ob man Übergewicht und die dadurch begünstigten Erkrankungen durch die gezielte Erzeugung von mehr braunem Fett verhindern kann und welche Rolle die Ernährung dabei spielt.“ Schulz ist der 13. Preisträger des Nachwuchspreises.

1  Ambrosi, T.H.; Scialdone, A.; Graja, A.; Gohlke, S.; Jank, A.-M.; Bocian, C.; Woelk, L.; Fan, H.; Logan, W.D.; Schürmann, A.; Saraiva, L.R.; Schulz, T.J.: Adipocyte accumulation in the bone marrow during obesity and aging impairs stem cell-based hematopoietic and bone regeneration. Cell Stem Cell (2017)

 

Weitere Informationen:
DIABETESMEDIKAMENT KÖNNTE DIE HEILUNG VON KNOCHENBRÜCHEN VERBESSERN

 

Zur Person von Prof. Dr. Tim Julius Schulz
Tim J. Schulz (39) wurde 1979 in Northeim geboren und studierte Biochemie an der Universität Potsdam. 2007 promovierte er bei Professor Michael Ristow an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Für seine Dissertation erhielt er den Promotionspreis der Biologisch-Pharmazeutischen Fakultät. Nach seiner Promotion verbrachte Schulz fünf Jahre am Joslin Diabetes Center in Boston, das zur Harvard Medical School gehört. Dort arbeitete er mit Frau Professor Yu-Hua Tseng vom Department of Integrative Physiology and Metabolism zusammen. Von 2012 bis 2016 leitete Schulz die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Emmy Noether-Nachwuchsgruppe "Fettzell-Entwicklung" am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Seit 2016 ist Schulz Leiter der Abteilung "Fettzell-Entwicklung und Ernährung" am DIfE, einem Partner des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Gleichzeitig wurde Schulz auch zum W2-Professor an der Universität Potsdam berufen. 2013 wurde ihm ein Starting Grant des European Research Council (ERC) in Höhe von 1.5 Millionen Euro zugesprochen.

Der Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis
Der 2006 erstmals vergebene Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis wird von der Paul Ehrlich-Stiftung einmal jährlich an einen in Deutschland tätigen Nachwuchswissenschaftler oder eine in Deutschland tätige Nachwuchswissenschaftlerin verliehen, und zwar für herausragende Leistungen in der biomedizinischen Forschung. Das Preisgeld von 60.000 € muss forschungsbezogen verwendet werden. Vorschlagsberechtigt sind Hochschullehrer und Hochschullehrerinnen sowie leitende Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an deutschen Forschungseinrichtungen. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch den Stiftungsrat auf Vorschlag einer achtköpfigen Auswahlkommission.

Die Paul Ehrlich-Stiftung
Die Paul Ehrlich-Stiftung ist eine rechtlich unselbstständige Stiftung, die treuhänderisch von der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität verwaltet wird. Ehrenpräsident der 1929 von Hedwig Ehrlich eingerichteten Stiftung ist Professor Dr. Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der auch die gewählten Mitglieder des Stiftungsrates und des Kuratoriums beruft. Vorsitzender des Stiftungsrates der Paul Ehrlich-Stiftung ist Professor Dr. Thomas Boehm, Direktor am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg, Vorsitzender des Kuratoriums ist Professor Dr. Jochen Maas, Geschäftsführer Forschung & Entwicklung, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Prof. Dr. Wilhelm Bender ist in seiner Funktion als Vorsitzender der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität zugleich Mitglied des Stiftungsrates der Paul Ehrlich-Stiftung. Die Präsidentin der Goethe-Universität ist in dieser Funktion zugleich Mitglied des Kuratoriums.

Kontakt:
Prof. Dr. Tim J. Schulz
Abteilung Fettzell-Entwicklung und Ernährung
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/Deutschland
Tel.: +49 (0)33200 88-2114/-2110
E-Mail: tim.schulz(at)dife.de

Pressekontakt

Birgit Niesing


+49 (0)89 3187-3971

Prof. Tim Julius Schulz. Quelle: DIfE/Till Budde