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Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Forschen für eine Zukunft ohne Diabetes - das ist die Mission des DZD, die uns anspornt und vereint.“

Prof. Martin Hrabě de Angelis, DZD-Vorstand

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Durch die deutschlandweite Kooperation können Multicenterstudien mit der erforderlichen Teilnehmerzahl durchgeführt werden.“

Prof. Michael Roden, DZD-Vorstand

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Besonderes Augenmerk legt das DZD auf einen zeitnahen Transfer
der Ergebnisse aus dem Labor in die medizinische Versorgung.“

Prof. Michele Solimena, DZD-Sprecher

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Das Besondere an der Forschung im DZD ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen.“

Prof. Annette Schürmann, DZD-Sprecher

DZD - Deutsches Zentrum
für Diabetesforschung

Neuherberg, 10.10.2018

Geht raus zum Spielen!

Auch Kinder mit einem erstgradigen Verwandten mit Typ-1- oder Schwangerschaftsdiabetes können ihre Insulinsensitivität durch Bewegung verbessern. Somit ist Bewegung nicht nur bei Kindern mit einem Typ-2-Risiko eine sinnvolle Präventionsstrategie. Darauf schließen Forscherinnen und Forscher des Helmholtz Zentrums München, Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung, anhand einer Studie im Magazin ‚Diabetic Medicine‘.

Kinder und Jugendliche mit einem erstgradig verwandten Typ-1-Diabetespatienten in der Familie haben im Verlauf des Lebens ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, Fettleibigkeit und dadurch auch für eine Insulinresistenz, eine Vorstufe des Typ-2-Diabetes. „Bislang war aber unklar, ob sich dieses Risiko, ähnlich wie bei Ty-2, durch körperliche Aktivität verringern lässt“, erklärt PD Dr. Andreas Beyerlein die Fragestellung der aktuellen Arbeit. Er ist Statistiker und Epidemiologe am Helmholtz Zentrum München und leitete die Studie gemeinsam mit Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Direktorin des dortigen Instituts für Diabetesforschung (IDF) und Leiterin des Forschergruppe Diabetes e.V.

Um dieser Frage nachzugehen, untersuchten die Autoren die Daten von 234 Kindern im Alter von durchschnittlich zehn Jahren. Alle hatten mindestens einen erstgradigen Verwandten mit entweder Typ-1- oder Schwangerschaftsdiabetes. Die Wissenschaftler erhoben stoffwechselbezogene Daten, Entzündungsbotenstoffe (Zytokine) im Blut sowie Angaben zur körperlichen Aktivität der Kinder. Zudem wurde ein oraler Glukose-Toleranz-Test durchgeführt: Dabei wird der Blutzuckerspiegel nüchtern sowie zwei Stunden nach dem Trinken von 75 Gramm Glukose oder einer besser verträglichen Mischung aus kurzkettigen Kohlenhydraten – gelöst in Wasser – gemessen. Der Test gibt Auskunft darüber, wie gut der Stoffwechsel mit dem in großen Mengen zugeführten Zucker umgeht.*

Öfter mal das Smartphone zur Seite legen
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass moderate bis starke körperliche Aktivität der Risikokinder mit besseren Testresultaten einhergingen“, erklärt Erstautorin Kathrin Ungethüm (IDF), die ihre Masterarbeit im Fach Epidemiologie mit diesen Daten durchgeführt hat. „Zum einen wurde der zugeführte Zucker schneller wieder abgebaut. Zum anderen wiesen die aktiveren Kinder auch niedrigere Insulin- und C-Peptid-Spiegel auf.“ Die Forschenden werten es als gutes Zeichen, dass der Körper mit dem vorhandenen Hormon in der Lage ist, den Zucker zu verstoffwechseln. Wären die Werte für das Insulin und das gleichzeitig freigesetzte C-Peptid erhöht, ließe das darauf schließen, dass der Stoffwechsel überfordert ist und versucht, das durch erhöhte Hormonmengen auszugleichen.

Vor allem konnten die Autoren zeigen, dass sich die Wirkung des Hormons Insulin (Insulinsensitivität) durch körperliche Aktivität signifikant verbesserte. Das könne indirekt bedeuten, dass Sport als Therapie auch bei Typ-1-Diabetes hilfreich sein könnte und die Betazellen entlastet. Keine Zusammenhänge ergaben sich hingegen für den Body-Mass-Index, den Blutdruck oder die Entzündungsbotenstoffe.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Bewegung sich auch bei Kindern mit einer genetischen Vorbelastung für Typ-1-Diabetes sehr positiv auf den Stoffwechsel auswirkt“, erklärt Studienleiterin Anette-Gabriele Ziegler. „Aus diesem und vielen anderen Gründen könnte es sich also durchaus lohnen, hin und wieder das Smartphone zur Seite zu legen und gemeinsam vor die Tür zum Spielen zu gehen.“

Weitere Informationen
* Mehr zum oralen Glukose-Toleranz-Test und zum Thema Diabetes allgemein erfahren Sie auf den Seiten des Diabetesinformationsdiensts: www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de

Hintergrund:
Die Studie wurde maßgeblich gefördert durch die Deutsche Diabetesstiftung: www.diabetesstiftung.de
Die Autoren Anitha Pitchika und Markus Hippich waren/sind Teilnehmer am Doktoranden-Ausbildungsprogramm Helmholtz Graduate School Environmental Health, kurz HELENA.

Original-Publikation:
Ungethüm, K. et al. (2018): Physical Activity is Associated with Lower Insulin and C-peptide during Glucose 1 Challenge in Children and Adolescents with Family Background of Diabetes. Diabetic Medicine, DOI: 10.1111/dme.13819
 

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Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören.

Das Institut für Diabetesforschung (IDF) befasst sich mit der Entstehung und Prävention von Typ-1-Diabetes. Ein vorrangiges Projekt des Instituts ist die Entwicklung einer antigen-basierten Therapie zur Erzeugung einer Immuntoleranz. In groß angelegten Langzeitstudien untersucht das IDF den Zusammenhang von Genen, Umweltfaktoren und Immunsystem für die Pathogenese von Typ-1-Diabetes. Mit den Daten der Geburtskohorte BABYDIAB, die 1989 als weltweit erste prospektive Diabetes-Geburtskohorte etabliert wurde, konnte die Anfälligkeit für die Entstehung einer mit Typ-1-Diabetes assoziierten Autoimmunität in den ersten zwei Lebensjahren aufgedeckt werden. Das im Jahr 2015 vom IDF initiierte Pilotprojekt Fr1da war weltweit das erste bevölkerungsweite Screening auf Inselautoimmunität in der Kindheit, die als Frühstadium des Typ-1-Diabetes zu werten ist.  Das IDF ist Teil des Helmholtz Diabetes Center (HDC).

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) e.V. ist eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, maßgeschneiderten Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Mitglieder des Verbunds sind das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden des Helmholtz Zentrum München am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, assoziierte Partner an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie weitere Projektpartner.

Pressekontakt

Birgit Niesing


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